The winner takes it all

In den letzten Tagen sind mir mehrere Artikel in der Presse bzw. allgemeine Entwicklungen aufgefallen, die für mich eine interessante Parallele haben.
Was meine ich:

Natürlich geht es mir bei diesen Extrembeispielen nicht um einen inhaltlichen Vergleich. Wichtiger für mich ist ein in allen drei Fällen sichtbares Motivationsmittel für viele Menschen, das unabhängig von dem sich tatsächlich dem einzelnen bietenden Umfeld ist: Erfolg.

Offensichtlich gibt es eine bestimmte Art von sichtbarem, fühlbarem oder auch nur eingebildetem Erfolg, der magisch Menschen anzieht und zu Handlungen motiviert, die bei genauerer Betrachtung ein wenig bis sehr absurd erscheinen mögen.

Warum sucht man sich als Jungmanager bewusst ein Umfeld, in dem ein offensichtlich psychopathisch veranlagter Mensch täglich neu moralische Grenzen verwischt und durchaus mal von „Blitzkrieg“ faselt, wenn er kommerziellen Wettbewerb meint?
Warum geht man als nicht religiös erzogener, in Deutschland aufgewachsener Türke (oder gar als deutscher Konvertit) in ein fremdes Land, um dort für einen gerade entdeckten Glauben zu morden (und in letzter Konsequenz zu sterben)?
Warum wird man in Städten wie Bielefeld Fan eines Fußballvereins aus München (in dem dann noch kaum ein Münchener mitspielt)?

Keine Frage, es wird für alles eine mehr oder weniger gute Erklärung geben. Sei es eine besondere Erfolgschance bei einem aggressiv auftretenden Unternehmen, das Paradies als Attraktion für verlorene Seelen oder vielleicht eine persönliche Beziehung nach München im dritten Fall.

Trotzdem glaube ich, dass wir es hier mit einer mächtigen Quelle für Motivation zu tun haben: Der sich scheinbar selbsterfüllenden Prophezeihung des Erfolges. Wenn ich bei jemandem mitmache, der erfolgreich ist, werde auch ich erfolgreich sein (egal wie gut ich wirklich bin oder was ich tatsächlich dort mache).

Natürlich ist diese Form der Motivation nur solange funktionierend, solange der Erfolg anhält (das zumindest ist meine Hoffnung bei vor allem dem zweiten Beispiel). Denn dieses Motivationsmittel nutzt selbstverständlich nicht unwesentlich den Opportunismus im Menschen und verglüht schnell mit nachlassendem Erfolg.

Aber für Führungskräfte in Unternehmen gilt trotzdem: „Sei erfolgreich und scheine hell, dann verzeiht man dir auch deine Fehlbarkeiten“ Oder anders: „Es ist keine Kunst, bei Erfolg zu führen„.

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