Was ist das Ziel?

Heute fand ich einmal mehr im Netz einen kritischen Text zum Thema „gamification“. Er stammt von einem Analysten von Gartner, Inc., Brian Burke, und wurde Anfang 2013 im Forbes-Magazin veröffentlicht.
Inhalt des Textes sind einige Gedanken zu den Voraussetzungen von gamifizierten Business-Lösungen.

Ein Abschnitt hat mir besonders gefallen, denn er beschreibt wunderbar die allgemeinen Herausforderungen bei der Motivierung von Mitarbeitern von Unternehmen:

Design for Player-Centricity – Leaders in gamification such as Nike, Quirky and Khan Academy share some design characteristics, most notably player-centric design. In each of these cases, the key design point is to motivate the players to achieve their goals. The mistake many companies make is to identify the business objectives without clearly identifying the player objectives. The sweet spot for gamification objectives is where the business objectives and player objectives overlap.  Gamified applications must be designed to motivate players to achieve their goals. To achieve success for companies starting in gamification, the first design point is to motivate players to achieve their goals – and those goals should overlap with the business goals.

Ja, natürlich. Ich werde dann am erfolgreichsten in der Motivierung meiner Mitarbeiter sein, wenn es mir gelingt, eine im Mitarbeiter verwurzelte Quelle der Motivation anzuzapfen.
Und genau deshalb ist es mir so wichtig, dass wir uns über die Persönlichkeit der Menschen klar werden, die wir beeinflussen wollen. Die Kunst der erfolgreichen Führung ist es, die persönliche Veranlagung des einzelnen mit den Aufgaben und Zielstellungen der Unternehmung in Einklang zu bringen. Eine gute Führungskraft weiß genau, wem aus dem Team sie welchen Auftrag geben und welche Erwartung sie an den einzelnen in bestimmten Situationen haben kann.

Ich halte es aber für schwierig zu meinen, ich könnte in jedem Falle eine Gemeinsamkeit zwischen Firmenziel und Einzelziel finden. Hart ausgedrückt: Wie motiviere ich Mitarbeiter, wenn das Unternehmensziel die Kosteneinsparung vor allem auf der Personalkostenseite ist? Wenn Gehaltskürzungen oder gar Entlassungen anstehen? Betrachtet man diesen Hintergrund, erkennt man, wie schnell Gamifizierung als motivationales Allheilmittel albern wird. Wer in einem solchen Umfeld anfängt, „leaderboards“ zu führen oder „badges“ zu verteilen, dürfte viel Spaß mit der Mannschaft erleben. Denn eines dürfte klar sein: Ein Unternehmensziel, das gegen die zu motivierende Mannschaft formuliert wurde, wird kaum als Stütze einer Motivationskampagne dienen können. Und der Versuch, dieses Unternehmensziel mit den persönlichen Einzelzielen in Einklang zu bringen, wird die betroffene Führungskraft in seiner Zynik zerreißen.

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