Der Achiever

Kommen wir zu unserem letzten der drei Persönlichkeitstypen: Dem Achiever. Er ist im Besonderen an Erfolg und an erkennbarem Status interessiert.

Seine Persönlichkeit ist durch ein hohes Maß an Ehrgeiz gekennzeichnet. Er will gewinnen. Er will erster sein. Er will Macht und Einfluss. Er will jeden Tag ein wenig vorwärts kommen. Und sucht sich deshalb Gebiete für sein Engagement, in denen er es auch rasch kann.

Sein Motto im Unternehmen ist: „Ich will nicht etwas besonderes machen, ich will etwas besonderes sein. Er braucht Kennzahlen wie „Anzahl Untergebene“ und „Umsatz“, er will das größte Büro, den stärksten Dienstwagen und das neueste Tablet. Sichtbarkeit ist alles für ihn.
Dabei ist er in der Regel ein schneller Entscheider. Vorwärts kommt nur, wer Risiken eingeht, die Ärmel hochkrempelt und umsetzt. Zweifel sind nicht sein Ding. Menschen, die ständig von irgendwelchen Risiken reden, sind ihm ein Graus. Mit Menschelei kann er nichts anfangen, denn er ist sehr fokussiert: Auf seinen Erfolg. Gut für das Unternehmen, wenn der eigene Erfolg durch den Unternehmenserfolg gestützt wird.
Soziale Netze sind für ihn die Trittleitern zum Aufstieg. Interessant ist jeder, der zum Erfolg beitragen kann. Ist er das nicht mehr: Nun denn … Soziale Netze ermöglichen aber auch die Messgröße des Erfolgs: Bin ich schneller als meine Kollegen? Komme ich weiter? Habe ich Zugang zu besonderen Menschen, den andere nicht haben?
Auch im privaten sind Achiever ehrgeizig. Sport wird nicht zur körperlichen Ertüchtigung gemacht, sondern zum Gewinnen. Und das gerne mit Sportarten, die sich dafür besonders eignen: Laufen, Radfahren, Schwimmen, gerne auch zusammen als Triathlon. Vorteile davon: Sie sind unabhängig von anderen Menschen trainierbar, der Erfolg ist einfach durch eine Zeitverkürzung oder Streckenverlängerung messbar, es gibt Ranglisten, an denen man sich messen kann. Und zwei-/dreimal im Jahr einen Wettbewerb, an dem die eigene Körperbeherrschung und -überwindung unter Beweis gestellt werden kann.

Womit sind solche Menschen zu locken?

Natürlich durch Statusgewinn. Sie werden auch riskante Themen übernehmen, wenn die Gewinnmöglichkeiten überproportional sind. Ansonsten sind sie inhaltlich eher desinteressiert: Wenn sie eine einfache Aufgabe mit viel Prestige – z.B. über messbare und vergleichbare Größen – übernehmen können: Perfekt. Der Zugang zu Machtzirkeln verführt den Achiever ebenfalls. Hintergrundinformationen sind ein brillantes Machtmittel, der Tausch dieser vergrößert die eigene Machtbasis. Ein klares „Feindbild“ ist hilfreich. Konkurrenz belebt bei ihm das Geschäft. Er blüht regelrecht auf im Wettkampf.

Was schreckt ihn ab?

Gleichheit. Soziale Kuscheligkeit. Unterordnung in ein Team, bei dem seine Leistung nicht sichtbar wird. Behinderung im Wachstum von oben. Unfairer Wettbewerb, bei dem er nichts gewinnen kann. Komplexität.

Wo finden wir ihn eingesetzt?

  • im Management
  • im Vertrieb
  • in Stabsstellen mit Managementzugang
  • in Beratungen
  • im Traineeprogramm
  • im Controlling
  • in Sanierungsprojekten

Wo finden wir ihn fehleingesetzt?

  • überall, wo es um tiefe, inhaltliche Auseinandersetzung geht. (Wo ist die einfache Lösung?)
  • in sozial anspruchsvollem Umfeld. (Heul nicht rum, was getan werden muss, wird getan.)
Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Der Achiever

  1. Andreas schreibt:

    Ich hätte es nicht besser formulieren können – Chapeau!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s