Der Socializer

Zurück zu den Persönlichkeitstypen. Als nächstes betrachten wir den Socializer.

Was kennzeichnet ihn?
Zunächst einmal natürlich sein Interessenschwerpunkt: Die Verbundenheit mit anderen Menschen und die hohe Begeisterung für soziale Interaktion. Er braucht das Pflegen von Beziehungen wie die Luft zum Atmen. Vereinzelt man ihn, wird er eingehen wie ein ungegossenes Pflänzchen.

Aus seiner Sicht sind fachliche Themen vor allem erst einmal eine Gelegenheit, mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen. Gibt es keine fachlichen Themen, reicht ihm aber auch jegliches anderes Thema, um mit einem Austausch zu beginnen. Sehr intensiv beschäftigt er sich mit den persönlichen Befindlichkeiten der anderen. Für manchen erscheint er hier fast schon unangenehm neugierig, sein Wissen wird er allerdings vor allem für die zukünftige Beziehungspflege einsetzen: Er wird auf jeden Fall zum Geburtstag gratulieren – gerne mit einer kleinen Aufmerksamkeit als Geschenk. Er wird sich mitfühlend auch noch Tage nach dem Gespräch an persönliche Schicksalsschläge oder Herausforderungen erinnern. Und er wird versuchen, bei Streit im Team einen Konsens herbeizuführen, da er Disharmonie nicht lange erträgt.

Schwierigkeiten bereiten ihm Menschen, die sich bewusst abseits halten und verschlossen sind. Sie versteht er nicht. Wenn er mit solchen Menschen zusammenkommt, kann es zu heftigen Missverständnissen auf beiden Seiten kommen.

Der Socializer ist gerne in Teamrunden. Dabei ist es ihm eigentlich egal, ob es offizielle Runden im Besprechungszimmer oder informelle Runden in der Teeküche sind. Ebenso wird man ihn auf allen gemeinsamen Veranstaltungen nach Dienstschluss und je nach Interessenlage und privater Zeit auch in Betriebssportgruppen oder ähnlichem finden. Gerne dabei auch im Organisationskomitee.
Er ist bestens informiert. Da er fast jeden kennt und leicht mit Menschen in Kontakt kommt, ist er ein Sammel- und Verteilpunkt für Informationen im Unternehmen. Und kann natürlich ebenso als Multiplikator eingesetzt werden.

Bei inhaltlicher Arbeit ist ihm der Aspekt der Gemeinschaft sehr wichtig. Dies kann durchaus dazu führen, dass ihm die Aufrechterhaltung der Harmonie wichtiger ist als der schnelle inhaltliche Fortschritt. Kompromiss ist sein zweiter Name. Die Verhinderung des Gesichtsverlusts der Gegenseite ist ihm eine Herzensangelegenheit.
Andererseits wird ihn sein guter Draht zu Kollegen manche Umsetzung erleichtern.
Interessant ist dieser Aspekt, wenn es darum geht, Veränderung im Unternehmen umzusetzen. Gewinnt man solche Menschen für das Thema, kann es sein, dass der Prozess deutlich reibungsärmer von statten geht als bei einem vom fachlichen Verständnis her vielleicht geeigneteren Mitarbeiter.

Womit sind solche Menschen zu locken?

Teamarbeit, soziale Interaktion, Gruppenerlebnisse. Veränderungsprojekte, die mit den Menschen gestaltet werden. Dieser Mitarbeiter ist kein Einzelkämpfer, er braucht den Austausch mit anderen Menschen. Dabei ist aber die Möglichkeit der Herstellung einer persönlichen Ebene wichtig. Nicht jede Besprechung und nicht jedes Team ist hier gleichermaßen geeignet.

Was schreckt ihn ab?

Kontrolle der Kommunikation. Restriktive Handhabung von Pausenzeiten. Extrem zielorientierte Kommunikation. Gelebte Hierarchie, d.h. deutliche persönliche Distanz. Ein Umfeld von Einzelkämpfern. Hoher Druck, soziale Kontakte zur Zielerreichung zu instrumentalisieren. Disharmonie. Unklare Beziehungssituationen. Ein Umfeld des Durchregierens.

Wo finden wir ihn eingesetzt?

  • in Personalabteilungen
  • in Einkauf, Vertrieb und Marketing
  • in Assistenzen
  • in Stabsstellen und internen Beratungen
  • in der Kommunikation
  • in CIP-/KVP-Teams

Wo finden wir ihn fehleingesetzt?

  • als Entscheider in kritischem Umfeld (Harmonie ist wichtiger als Ergebnis)
  • in Stabsstellen, die Richtlinienkompetenz haben (Harmonie ist wichtiger als Ergebnis)
  • Stellen, die eines hohen Maßes an Vertraulichkeit bedürfen (Der Austausch von Information ist wichtiges Mittel zur Pflege von Beziehungen)
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