Quellen der Motivation

Ein häufig gebrauchtes  Begriffspaar stellt die „intrinsische“ Motivation im Gegensatz zu „extrinsischen“ dar.

Ich will kurz mit einem weiteren Verweis auf Wikipedia auf diese beiden Arten der Quellen von Motivation eingehen.

Intrinsische Motivation

Diese Art der Motivation beruht auf Handlungen einer Person aus sich heraus und um ihrer selbst willen. In der Wissenschaft (Barbuto&Scholl) geht man davon aus, dass es dabei zwei Typen von motivierenden Einflüssen gibt: Zum einen der Spaß oder die Befriedigung beim Tun, zum anderen die eigene Werteorientierung, d.h. die Initiative zum Handeln aufgrund einer Selbstwahrnehmung als werteorientiert handelnde Person. Beide Arten von Motivation haben keine direkt messbaren Resultate wie erhöhtes Einkommen oder erhöhter Status, die Handlungen werden zum Teil sogar unter Inkaufnahme von Verlusten an messbarem Status durchgeführt.

Beispiele:

  • Ein Angestellter moderiert in einer kostenlosen Community seine Boards auch während der Arbeitszeit, obwohl eine private Computernutzung in seinem Unternehmen untersagt ist und sein Chef durchaus eine andere Erwartungshaltung haben dürfte, was den Einsatz des Mitarbeiters angeht. Er riskiert also für eine Tätigkeit, die ihm kein Einkommen oder ähnlich einfach messbaren Erfolg garantiert die zu seinem Unterhalt notwendige Anstellung – alleine, weil es ihm Spaß macht, in dieser Community sozial zu interagieren.
  • Ein Vorgesetzter beobachtet in seinem Team einen „underperformer“. Er ist in einem solchen Fall von seinem Unternehmen aufgefordert, konsequent und nachhaltig eine Verbesserung der Performance des Mitarbeiters oder eine Trennung von ihm herbeizuführen. Der Vorgesetzte kennt aber den Mitarbeiter schon lange, er weiß um große persönliche Probleme und wird deshalb das aus Unternehmersicht notwendige nicht leisten. Er schützt ihn durch Entlastung von Aufgaben und durch geschönte Bewertungen, weil er den aus seiner Sicht gnadenlosen (Werteorientierung!) Umgang mit einem altgedienten Mitarbeiter nicht akzeptieren kann. Und er weiß natürlich, dass er damit seine eigene Stellung im Unternehmen gefährdet.

Extrinsische Motivation

Hier sind die Quellen für Motivation vor allem in der Außenwirkung der Person zu finden. Es gibt laut Literatur mehrere unterschiedliche Arten der handlungsauslösenden Impulse. Die Handlung aus Gewinnstreben oder Verlustvermeidung ist dabei die einfachste und am leichtesten nachzuvollziehende Form der extrinsischen Motivierung. Eine weiterer Aspekt sind Handlungen aus dem Zugehörigkeitsgefühl heraus. „Ich agiere, wie es von mir in meiner Rolle als Angestellter oder Führungskraft erwartet wird“ ist dabei das Mittel zur Motivation. Zuletzt existiert der Handlungsimpuls aus einer Verinnerlichung von Zielen heraus. Es wird versucht, aus einem gemeinsamen Verständnis von Zielnotwendigkeiten ein Handlungsstreben zu erreichen. Das setzt voraus, dass ein attraktives Ziel zumindest implizit gesetzt wurde (in Unternehmen gerne über Werte und Visionen vermittelt) und der eigene Beitrag zu diesem Ziel geklärt ist. Es ermöglicht im Idealfall eigenständige Handlungen zur Gesamtzielerreichung ohne explizite Zieldefinition über Kennzahlen oder ähnliches.

Beispiele

  • Die erste Form wird sehr direkt in der Zielevermittlung an Führungskräfte oder bei Vertriebsmitarbeitern genutzt. Das variable Gehalt der Führungskraft ist an die messbare Erreichung von Kennzahlenzielen geknüpft. Das Einkommen des Vertriebsmitarbeiters ist umsatzabhängig. Beides führt bei einkommensorientiert handelnden Personen zur Motivation, die unternehmerischen Ziele zu erreichen.
  • Wenn wir den Abteilungsleiter aus dem Abschnitt der intrinsischen Motivation wieder aufgreifen, würde er für die zweite Form – obwohl er vielleicht Zweifel über die Wertebasiertheit seines Handelns hätte – seinen „underperformer“ zum Abschluss eines Auflösungsvertrag bringen, weil es von ihm in seiner Rolle als Führungskraft erwartet wird.
  • Mitarbeiter im operativen Kundenteam zeigen die dritte Form der extrinsischen Motivation, wenn sie von sich aus an einer perfekten Kundenorientierung arbeiten, weil sie auch ohne explizit gesetztes Ziel verstanden haben, dass ihr Unternehmen als Premiumanbieter perfekten Service leisten muss.

Natürlich fällt es schwer, einer Handlung ausschließlich eine Form der Motivation zuzuordnen, denn der Mensch ist dazu in seiner Persönlichkeit zu komplex. So kann einem Außendienstmitarbeiter die Arbeit vor allem deswegen Spaß machen, weil er aus ihr hohe Einnahmen erzielt. Oder der Mitarbeiter, der aus Spaß am Tun seine private Community moderiert, macht dies auch aus dem Gewinn an Ansehen und Status innerhalb dieser Community. Trotz allem ist diese Aufteilung sinnvoll, um später die Chancen und Risiken von Maßnahmen zur Motivierung besser zu verstehen.

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